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Die Schloss-Schule Ilvesheim, Staatliche Schule für Blinde und Sehbehinderte mit Internat, ist die einzige öffentliche Schule dieser Art in Baden-Württemberg.
Die Schloss-Schule als Heimsonderschule arbeitet im Schulbereich als Ganztagsschule und bildet mit dem Schülerinternat eine pädagogische Einheit. Ins Internat, das von Montag bis Freitag in den Schulwochen geöffnet ist, werden Schüler aufgenommen , denen die tägliche Fahrt zwischen Elternhaus und Schule nicht zugemutet werden kann oder die so spezielle sonderpädagogische Förderbedürfnisse haben, die den Internatsaufenthalt gebieten. Auch für die externen Schüler, die täglich ins Elternhaus fahren, bietet die Schloss-Schule das Angebot einer Ganztagesschule. Dies beinhaltet neben dem Unterrichtsangebot nach den Vorgaben der Stundentafel von Montag bis Donnerstag in der Mittagspause ein schmackhaftes Mittagessen aus schuleigener Küche. In dieser Zeit findet für Schüler, die hier einen besonderen Förderbedarf haben, gezielte Unterrichtung im Bereich lebenspraktischer Fertigkeiten statt. Während der (wenigen) unterrichtsfreien Anwesenheitszeiten am Nachmittag erfahren alle Schüler unterrichtsergänzende Angebote in Arbeitsgemeinschaften, Förderunterricht und sonderpädagogischen Fördermaßnahmen.
Blinde und hochgradig sehbehinderte Kinder haben von Geburt an besondere individuelle Förderbedürfnisse. Dies erfordert für Kinder und Jugendliche eine breit gefächerte Palette von Angeboten und Therapien. Den Grundstein legt die sonderpädagogische Beratungsstelle mit dem Frühförderangebot. Hier erfahren Eltern Hilfe und Unterstützung bei der Förderung ihres sehgeschädigten Kleinkindes, vor allem durch kostenlose Hausbesuche. Daneben bietet die Beratungsstelle regelmäßige Elterngesprächskreise, ein Eltern-Kind-Schwimmen sowie mehrtägige Eltern-Kind-Veranstaltungen in den Räumen der Schule an. Die Beratungsstelle bemüht sich, gemeinsam mit den Eltern für das Kind einen Platz im allgemeinen Kindergarten oder einem Schulkindergarten am Wohnort zu finden. Wenn es die Förderbedürfnisse des Kindes gebieten und die Eltern dies wünschen, kann ein Kind auch in den Schulkindergarten für Blinde und Sehbehinderte der Schloss-Schule Ilvesheim aufgenommen werden.
Mit Beginn der Schulpflicht bietet die Schule ein breit gefächertes Angebot an. Es sind dies folgende Bildungsgänge: - Geistigbehinderte - Förderschule - Grundschule - Hauptschule - Realschule
Ein Gymnasium für Blinde und Sehbehinderte gibt es in Baden-Württemberg nicht.
Bei der Einschulung oder Umschulung in eine allgemeine Schule geben Beratungsstelle, Medienberatungszentrum mit Textservice Information und Unterstützung für Schüler, Eltern und Kollegen der allgemeinen Schule.
Die verschiedenen Bildungsgänge der Schule orientieren sich grundsätzlich an den entsprechenden Bildungsgängen für sehende Kinder und Jugendliche. Durch die Sehschädigung rücken jedoch andere oder zusätzliche Schwerpunkte in den Vordergrund. Eine ganz spezielle Aufgabe der Schule ist das Mobilitätstraining. In Einzelbetreuung lernen die Schüler, sich mit Hilfe des weißen Stocks auch außerhalb der Schule ohne Begleitung eines Sehenden sicher zu bewegen. Dies geschieht auf der Grundlage von Bewegungs- und Mobilitätserziehung, die bereits im Rahmen der Frühförderung im Elternhaus beginnen soll und im Unterricht als Unterrichtsprinzip fortgeführt werden muss.
Von ebenso großer Bedeutung sind Wahrnehmungsförderung und Begriffsbildung. Mit Hilfe der Wahrnehmungsförderung soll das blinde oder hochgradig sehbehinderte Kind lernen, durch Fühlen, Hören und Riechen die Umwelt auch ohne entsprechend klare Seheindrücke differenziert zu erfassen. Zusätzlich wird das vorhandene Sehvermögen gezielt gefördert. Dies bildet die Grundlage für die begriffliche Vorstellung des Kindes von seiner Umwelt. Hierauf baut sich die weitere kognitive Entwicklung auf.
Zu den Bildungsgängen ist in Kürze zu sagen: Bei geistigbehinderten sehgeschädigten Schüler, bei denen oft durch weitere Beeinträchtigungen von Mehrfachbehinderten gesprochen wird, steht die Förderung basaler Bereiche, der Raum- und Körperwahrnehmung, der Selbstversorgung und die Einübung der hierzu notwendigen Bewegungsabläufe im Vordergrund.
In der Förderschule steht zunächst der Abbau umfassender Beeinträchtigungen im elementaren Lernen im Vordergrund. Im Verlauf der Schulzeit treten Lesen, Schreiben und schriftliches Rechnen hinzu.
Die Grundschule umfasst fünf Schuljahre, da der Lese-Schreib-Lernprozeß, die Umwelterfahrung und Begriffsbildung mehr Zeit erfordern. Auch für unsere Schüler beginnt mit Schuleintritt das "Fremdsprachenlernen in der Grundschule" mit Englisch. Für blinde Schüler ist am Ende der Grundschulzeit der Erwerb der Punktschrift mit der Beherrschung von Euro-Braille und traditioneller Vollschrift abgeschlossen. Die Blindenkurzschrift wird in den ersten beiden Jahren der weiterführenden Bildungsgängen Hauptschule und Realschule erlernt. Dort wird auch im weiterentwickelten Fach Maschinenschreiben der Einsatz des Computers für die schriftliche Kommunikation mit Sehenden erlernt bzw. vertieft.
Wie in den anderen Schulbereichen wird auch in der Realschule, die auch geringergradig Sehbehinderte aufnimmt, so eng wie möglich an den Vorgaben des allgemeinen Bildungsplans unterrichtet. Hier wird im Wahlpflichtbereich das Fach "Natur und Technik" durch "Wirtschaften und Verwalten" mit dem Teilbereich "Neue Medien" ersetzt. Hauptschule und Realschule enden mit der allgemeinen Abschlussprüfung, in der grundsätzlich die zentral gestellten Aufgaben bearbeitet werden.
Zur Erfüllung ihrer Aufgaben verfügt die Schule über eine große Anzahl von speziellen Medien und Anschauungsmitteln. Diese werden ergänzt durch optische und elektronische Lesehilfen und eine umfangreiche Ausstattung mit Computern, die z. T. mit Großbildschirmen bzw. Braille-Zeilen ausgestattet sind, so dass auch hochgradig sehbehinderte und blinde Schüler damit arbeiten können.
Freizeitaktivitäten In der unterrichtsfreien Zeit werden die Kinder und Jugendlichen im Internat von Erziehern betreut. Das Internat bereitet auf ein möglichst selbstständiges Leben und Wohnen unter Nichtbehinderten vor. Deshalb werden gerade dort, eingebettet in den Tagesablauf, die lebenspraktischen Fertigkeiten zur Alltagsbewältigung durch aktives Tun der Schüler gefördert. Aus der besonderen Situation einer Schule mit Internat ergibt sich die Notwendigkeit, die Schüler an eine sinnvoll gestaltete Freizeit heranzuführen. Das Freizeitangebot orientiert sich am Alter und den Interessen der Schüler. Es gibt folgende Angebote. Musische Angebote: Musik: Chor, Schulband, Instumentalunterricht, elementare Musikerfahrungen Bildende Kunst: Malen, Gestalten, Erstellen von Collagen, Makramee, Weben Darstellende Kunst: Theater-AG, Theaterbesuche, Hörspiele verfassen
Sport: Schwimmen, Reiten, Tandem, Judo, Klettern, Rollschuh- und Schlittschuhlaufen, Rhönrad, Kegel, Tanz
Technik: Computer, Amateurfunk, Werken mit Holz, Instrumentenbau
Sonstige Angebote: Lesen-Vorlesen, Schülerzeitung, Wanderungen, Gesellschaftsspiele |
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